Küstenwache entdeckt große blaue Plane – und erbleicht beim Anblick

Der Atlantik ist voller Geheimnisse. Doch eine routinemäßige Patrouille der US-Küstenwache verwandelte sich schnell in eine unvergessliche Rettungsaktion, nachdem die Besatzung etwas entdeckt hatte, das sie noch nie zuvor gesehen hatte. Knapp 50 Kilometer vor der Küste bemerkten die Beamten einen riesigen, leuchtend blauen Fleck, der auf dem ruhigen Wasser trieb. Aus der Ferne ähnelte er einer kleinen Insel. Als sich das Patrouillenboot näherte, erkannten die Besatzungsmitglieder jedoch, dass es sich um eine riesige Industrieplane handelte, die straff über etwas gespannt war, das unter der Wasseroberfläche verborgen lag.

Zuerst befürchteten sie, eine verlassene Ladung oder Beweise für Schmuggel entdeckt zu haben. Die Plane war viel zu groß, um zufällig dorthin getrieben zu sein. Doch als sie sich zur Untersuchung bereit machten, bemerkte jemand, wie sich der Kunststoff leicht hob und senkte. Etwas darunter lebte. Mithilfe von Bootshaken hob die Besatzung vorsichtig eine Kante der schweren, durchnässten Plane an. Statt illegaler Fracht fanden sie ein riesiges Gewirr aus verlassenen Fischernetzen, in dem sich ein junger Buckelwal verfangen hatte.

Das Tier war in einem sogenannten Geisternetz gefangen – weggeworfenem Fischereigerät, das noch lange nach seinem Verlust im Meer Meerestiere fängt. Irgendwann hatte sich die treibende Plane mit dem Netz verheddert und bildete so ein noch schwereres Hindernis, das den erschöpften Wal am Auftauchen hinderte. Tagelang kämpfte er darum, sein Blasloch über Wasser zu halten und dabei das Gewicht hinter sich herzuziehen. Da jede Minute zählte, kontaktierte die Küstenwache sofort Spezialisten für die Rettung von Meeressäugern. Doch der Wal wurde immer schwächer, sodass die Rettungsmannschaft selbst mit der Rettung begann.

Von einem kleinen Schlauchboot aus schnitten sie vorsichtig dicke Nylonseile, verhedderte Netze und die schwere Plastikplane durch. Die Rettungsaktion dauerte fast drei Stunden. Jedes Mal, wenn der verängstigte Wal um sich schlug, schaukelten starke Wellen das kleine Boot und zwangen die Retter zu äußerster Vorsicht. Schließlich gab auch ein letztes Stück Netz nach. Die Plane trieb los, und der Wal verharrte einige Sekunden regungslos, fast so, als erhole er sich von dem Schrecken. Dann, mit einem kraftvollen Schwanzschlag, der die jubelnde Crew durchnässte, verschwand er unter den Wellen und schwamm zurück in den offenen Atlantik. Was als verdächtiger Gegenstand mitten im Ozean begann, endete als inspirierende Rettungsaktion. Der Vorfall verdeutlichte auch ein wachsendes Umweltproblem: Zurückgelassene Fischereiausrüstung und Meeresmüll bedrohen weiterhin jedes Jahr unzählige Meerestiere und verwandeln gewöhnlichen Abfall in tödliche Fallen.