Arbeiter bemerkten eine seltsame Wölbung im Hallenboden – nachdem sie ihn geöffnet hatten, mussten sie den Notruf wählen

Noch am Abend zuvor war in der Schulsporthalle alles völlig normal gewesen. Über hundert Kinder waren auf dem Basketballfeld herumgerannt, ohne zu ahnen, welche Gefahr direkt unter ihnen lauerte. Doch am nächsten Morgen schloss Hausmeister Carl Jenkins die Halle auf und bemerkte sofort, dass sich etwas verändert hatte.

Der Holzboden war nicht mehr eben. In der Mitte des Spielfelds hatte sich eine massive Wölbung gebildet, durch die sich die aufgemalten Basketballlinien deutlich verbogen. Es sah aus, als würde etwas von unten gegen den Boden drücken.

Zunächst vermutete Carl, dass Wasser die Ursache war. In den vergangenen Tagen hatte es heftige Regenfälle gegeben, sodass ein Feuchtigkeitsschaden eine logische Erklärung schien. Doch das Ausmaß der Verformung war alarmierend: Es hatten sich nicht nur einzelne Dielen angehoben, sondern ein großer Teil des Bodens.

Die Schulleitung sperrte die Halle sofort und sagte den Sportunterricht ab. Ein Ingenieur wurde hinzugezogen, um zu untersuchen, was unter der Betonplatte vor sich ging.

Eine Wärmebildkamera ortete einen Bereich mit ungewöhnlicher Temperatur direkt unter der Mitte des Spielfelds. Daraufhin begannen Arbeiter vorsichtig, den Boden zu öffnen. Sie entfernten den Holzbelag, gefolgt von der Sperrholzschicht und der Dämmung. Darunter kam eine ebenfalls beschädigte Betonplatte zum Vorschein.

Als sie ein Loch in die Platte schnitten, beleuchtete der Strahl einer Taschenlampe ein glattes Metallobjekt, das darunter lag.

Doch das Beunruhigendste stand erst noch bevor.

Ein beißender Geruch, der an eine Mischung aus altem Kraftstoff und feuchter Erde erinnerte, drang aus dem Hohlraum. Der Ingenieur prüfte die Luft mit einem Gasmessgerät, und die Werte schossen in die Höhe. Das Gerät schlug Alarm.

Die Arbeiter schalteten sofort ihre Elektrowerkzeuge aus; das Gebäude wurde evakuiert, und Einsatzkräfte sowie Spezialisten für Gefahrgut wurden gerufen.

Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte ließen diese eine Spezialkamera in die Öffnung hinab. Das Bild lieferte schließlich die Erklärung: Unter der Sporthalle befand sich ein riesiger Stahltank.

Es handelte sich um einen alten unterirdischen Kraftstofftank.

Die überraschendste Entdeckung folgte nach der Durchsicht der Archive. Alte Baupläne zeigten tatsächlich einen Tank, der bereits vor dem Bau der heutigen Sporthalle existiert hatte. In den Unterlagen war ausdrücklich vermerkt, dass dieser vor Beginn des Neubaus entfernt werden musste.

Es gab jedoch keinerlei Aufzeichnungen, die bestätigten, dass der Tank tatsächlich entfernt worden war. Offenbar hatte man den Tank bei der Renovierung im Untergrund belassen. Über der alten Konstruktion wurde Beton gegossen, der Bodenbelag verlegt, und schon bald entstand darüber ein Basketballfeld. Jahr für Jahr trieben Kinder Sport, nur wenige Meter über dem vergessenen Treibstofftank.

Es blieb die Frage: Warum kam er ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt an die Oberfläche?

Die Antwort lag im Wetter. Anhaltende, heftige Regenfälle und ein verstopftes Entwässerungssystem hatten das Erdreich unter dem Gebäude stark mit Wasser gesättigt. Der leere – oder nahezu leere – Metalltank gewann an Auftrieb und begann, durch den wassergesättigten Boden nach oben zu steigen.

Der massive Tank drückte von unten gegen die Betonplatte, ließ sie reißen und hob einen Teil des Bodens an.

Die Gefahr beschränkte sich jedoch nicht auf bauliche Schäden. Im Inneren des Tanks befanden sich noch Rückstände von Erdölprodukten. Durch die Bewegung des Tanks traten entflammbare Dämpfe aus.

Genau deshalb hätten schon wenige Minuten Arbeit mit einer gewöhnlichen elektrischen Säge in einer Katastrophe enden können.

Spezialisten belüfteten den Bereich, entfernten den verbliebenen Treibstoff und bargen den alten Tank. Was am Morgen noch wie eine seltsame Unebenheit im Boden ausgesehen hatte, entpuppte sich als Warnung vor einer weitaus ernsteren Gefahr.

Und das Erschreckendste daran: Die ganze Zeit über ahnten die Schulkinder nicht, dass sich direkt unter der Mitte des Spielfelds eine gefährliche, vergessene Konstruktion befand.