Was geschah mit Elvis‘ Zwillingsbruder Jesse Garon Presley?

Elvis Presley wurde am 8. Januar 1935 in einem kleinen Zweizimmerhaus in Tupelo, Mississippi, als Sohn von Vernon und Gladys Presley geboren. Obwohl er in der Geschichte als Einzelkind gilt, war Elvis tatsächlich einer von zwei eineiigen Zwillingen.

Sein Bruder Jesse Garon Presley kam etwa eine halbe Stunde zuvor zur Welt, war aber leblos. Aufgrund dieser Tragödie wuchs Elvis ohne Geschwister auf und lernte seinen Zwillingsbruder nie kennen.

Die Familie Presley war damals sehr arm. Sie konnten sich keinen richtigen Sarg leisten, daher wurde Jesse in einem einfachen Schuhkarton, der mit einem roten Band verschnürt war, beerdigt. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Priceville Memorial Gardens in Tupelo, in der Nähe der Gräber seiner Verwandten Susan und Noah Presley. Obwohl Elvis ihn nie traf, trug er die Präsenz seines Zwillingsbruders sein ganzes Leben lang in sich.

Laut Larry Geller – Elvis’ engem Freund, persönlichem Friseur und spirituellen Vertrauten – berührte die Geschichte von Jesse den Sänger zutiefst. Geller schrieb später, der Verlust seines Zwillingsbruders sei für Elvis ein tiefgreifendes und lebenslanges Rätsel gewesen, das ihn emotional geprägt habe. In ihrem ersten ernsten Gespräch sprach Elvis offen über Jesse. Geller bemerkte, dass Elvis dieses Thema selten ansprach, doch an diesem Tag teilte er seine Gefühle freimütig mit. Es war deutlich, dass Elvis der Gedanke quälte, er hätte leben können, sein Bruder aber nicht. Elvis erklärte es einmal so: Zwilling zu sein, habe sich für ihn immer seltsam und schmerzhaft angefühlt. Sie hatten sich denselben Mutterleib geteilt, doch nur einer von ihnen überlebte. Er fragte sich oft, warum sein Bruder keine Chance auf Leben bekommen hatte und warum er selbst überlebt hatte. Die Frage „Warum ich?“ ließ ihn jahrelang nicht los, und er gab zu, dass ihn die Gedanken daran manchmal überwältigten.