Die Arbeiten an der Baustelle einer neuen Autobahn nahe Kilometer 14 verliefen planmäßig. Der erfahrene Baggerfahrer Dave räumte ein Gebiet nahe eines alten Schieferhangs frei.
Daves Aufmerksamkeit wurde auf einen großen, moosbedeckten Felsbrocken gelenkt, der aus dem Hang ragte. Der Fahrer hob die Baggerschaufel an, setzte die Zähne unter den Stein und zog ihn heraus, in der Erwartung, dass er sich leicht lösen würde.
Doch etwas völlig Unerwartetes geschah.
Statt sich zu bewegen, schien der Felsbrocken fest im Boden verankert zu sein.
Der Bauleiter traf kurz darauf ein. Da er vermutete, die Schaufel habe sich an einem Felsen verhakt, ordnete er den Einsatz eines Hydraulikhammers mit Diamantspitze an, der speziell für das Brechen besonders harten Gesteins entwickelt worden war.
Der Fahrer begann zu arbeiten, doch nach wenigen Sekunden war ein scharfes Knacken zu hören.
Die Diamantspitze war gebrochen. Zur Untersuchung riefen die Bauarbeiter einen leistungsstarken LKW-Kran. Der Stein wurde mit Stahlseilen gesichert und vorsichtig angehoben.
Der Felsbrocken hob sich langsam fast einen Meter, doch plötzlich riss eines der Hauptseile mit einem lauten Knall. Der Stein krachte zurück zu Boden. Die Wucht des Aufpralls sprengte seine Schale.
Als die beiden Hälften auseinanderbrachen, erstarrten die Arbeiter.
Unter der äußeren Schicht kam eine vollkommen glatte, schwarze Oberfläche zum Vorschein, die an einen Spiegel erinnerte.
Ein Geologe, der schnell eintraf, identifizierte das Material.
Es war Obsidian.
Die Spezialisten beschlossen, einen Teil der glasartigen Schicht vorsichtig abzutragen.
Unter dem Obsidian lag eine weitere Schicht.
Sie war durchscheinend, von einem satten Bernsteinton und begann zu leuchten, als starke Bauscheinwerfer darauf gerichtet wurden.
Die Experten erkannten das Material sofort.
Was sie gefunden hatten, war Bernstein – das versteinerte Harz urzeitlicher Nadelbäume. Mitarbeiter des Nationalmuseums, angeführt von einem führenden Paläontologen, eilten zur Ausgrabungsstätte. Sie führten eine Reihe chemischer Analysen durch und untersuchten die Stellen, an denen die Schichten aufeinandertrafen.
Die Ergebnisse verblüfften selbst die Experten.
Alle Materialien waren authentisch.
Anschließend begannen die Wissenschaftler, die äußere Schicht des Bernsteins vorsichtig mit einer Speziallösung aufzulösen, um das Innere nicht zu beschädigen.
Als das Harz allmählich klarer wurde, wichen die Anwesenden unwillkürlich zurück.
Aus der Tiefe des Bernsteins starrte sie der Kopf eines Wesens an, das einem Drachen unheimlich ähnelte.
Den Paläontologen war klar, dass ein solcher Fund den bekannten Gesetzen der Wissenschaft völlig widersprach.
So große Tiere können nicht vollständig in Baumharz eingeschlossen sein.
Die Antwort kam erst nach einer detaillierten Untersuchung unter einer Lupe.
Es stellte sich heraus, dass der Bernstein kein vollständiges Tier enthielt.
Nur die äußere Panzerhaut eines jungen Nodosauriers war vor den Forschern erhalten geblieben.
Laut Experten wurde das Tier im Epizentrum eines gewaltigen Vulkanausbruchs erfasst. Die hohe Temperatur zerstörte das Weichgewebe fast augenblicklich, doch die starken Knochenplatten der Haut hielten dem Aufprall stand.
Nach Abschluss seiner Recherchen kehrte Dave zu seiner gewohnten Arbeit zurück und erhielt eine beträchtliche Belohnung für die Entdeckung des einzigartigen Objekts.