Arthur erstarrte, unfähig, den Blick von diesem Fund abzuwenden, der aus den Tiefen der Nordsee geborgen worden war. Vor ihm lag ein Schatz, der sein Leben für immer verändern könnte.
Alles begann vor wenigen Stunden. An Bord der „Silver Trace“ holte Arthur gerade seine Netze ein, als ein plötzlicher Ruck sein Boot erschütterte. Die Seile der Winde spannten sich ruckartig und knarrten unter bedrohlichem Druck. Etwas tief unter der Wasseroberfläche hielt sein Netz mit ungeheurer Kraft fest.
Er schlüpfte in seinen alten Neoprenanzug und tauchte in das eiskalte Wasser.
Unter der trüben Oberfläche entdeckte er schnell, dass sich das Netz an einem Felsvorsprung verfangen hatte. Während er versuchte, es zu befreien, beleuchtete der Lichtkegel seiner Lampe eine seltsame Gestalt: einen antiken Taucheranzug, der im Schlamm lag, als wäre er jahrzehntelang dort zurückgelassen worden. Daneben lag ein Haufen dunkler Steine, durchsetzt mit Gold.
Langsam füllte er die Ärmel und den Rumpf eines alten Taucheranzugs mit den geheimnisvollen Steinen, bevor er alles in einem Netz sicherte. Zurück an Bord betrachtete er seinen Fund fassungslos.
Überzeugt, einen versunkenen Schatz gefunden zu haben, deckte Arthur den Anzug unauffällig mit einer Plane ab und kehrte sofort in den Hafen zurück.
Zuhause angekommen, brachte er den Anzug in seinen alten Schuppen.
Am nächsten Morgen drängten sich mehrere streunende Hunde um den Schuppen, angelockt von einem seltsamen Geruch, der von innen drang. Ihr Lärm erregte die Aufmerksamkeit von Arthurs Nachbarn Jim.
Beunruhigt rief Jim die Polizei.
Wenige Minuten später klopften zwei Beamte an Arthurs Tür. Überzeugt, dass sich aufgrund des üblen Geruchs eine Leiche im Schuppen befinden könnte, verlangten sie zu sehen, was er versteckte.
Arthur zeigte ihnen die geheimnisvollen Steine und behauptete, er habe Gold auf dem Meeresgrund entdeckt. Doch als einer der Polizisten vorschlug, das Stück zu erhitzen, um seine Beschaffenheit zu prüfen, änderte sich alles.
Unter der Flamme eines Feuerzeugs schmolz das Material rasch und verwandelte sich in eine schwarze, ölige Substanz mit einem extrem starken Geruch.
Die Polizisten, angewidert vom Gestank, befahlen ihm, die seltsame Substanz zu beseitigen, bevor sich die ganze Nachbarschaft beschwerte.
Wütend und frustriert lud Arthur den alten Anzug und die restlichen Teile sofort auf sein Boot und warf alles ins Meer.
Doch kaum hatte der Schutt das Wasser berührt, bemerkte er etwas Seltsames: Anders als Steine oder Erz war er nicht gesunken.
Im Hafen kamen dieselben Polizisten auf ihn zugerannt. Auf der Polizeiwache begriff der ehemalige Seemann, als er ihre Geschichte hörte, sofort, was Arthur gefunden hatte.
Es war Ambra.
Diese extrem seltene Substanz, die von Pottwalen produziert und in Luxusparfums verwendet wird, kann in großen Mengen Millionen von Euro wert sein. Seeleute nennen sie manchmal „schwimmendes Gold“.
Arthur erstarrte vor Entsetzen.
Er hatte gerade ein Vermögen von Millionen ins Meer geworfen.
Verwirrt blickte er auf das dunkle Meer und erkannte, dass der Ozean sich zurückgenommen hatte, was er ihm für ein paar Stunden geliehen hatte.