Mann begegnet erfrorenem Reh im Schneesturm – Was dann geschah

Der alte Mann Allan Rogers machte sich langsam bettfertig und genoss das seltene Gefühl von Gemütlichkeit. Draußen zogen Wolken auf, und die Wetterfrösche warnten die Bewohner von Berkshire bereits vor einem schweren Schneesturm.

Bevor Allan ins Bett ging, warf er einen Blick aus dem Fenster und bemerkte etwas Dunkles im Gebüsch. Zuerst dachte er, es sei ein Eichhörnchen oder ein streunendes Tier, das Schutz vor der nahenden Kälte suchte. Doch dann klingelte es an der Tür.

Ein Nachbarmädchen stand zitternd auf der Schwelle.

„Herr Rogers, da ist ein Tier in Ihrem Garten. Es ist schon den ganzen Morgen da und scheint zu erfrieren“, sagte sie besorgt.

Allan bedankte sich bei dem Kind und begann mit einem tiefen Seufzer, sich anzuziehen. Vorsichtig bahnte er sich seinen Weg durch den Schnee und entdeckte ein kleines braunes Wesen in der Nähe des Zauns. Zuerst dachte Allan, es sei ein Hund, doch als er näher kam, erkannte er, dass es ein Rehkitz war. Das Kitz lag regungslos da, fast im Schnee begraben.

Allan erstarrte. Er wusste genau, wie gefährlich eine Rehmutter oder ein ausgewachsener Hirsch in der Nähe sein konnten. Jeder Versuch zu helfen, hätte in einer Verletzung enden können. Aber er konnte das Kitz auch nicht in der Kälte sterben lassen.

Zurück im Haus suchte der Mann im Internet nach Informationen. Alle Ratschläge liefen auf dasselbe hinaus: das Wildtier nicht anfassen und den Notruf wählen. Wegen des Schneesturms weigerten sich die Retter jedoch, vor dem Morgen abzureisen.

Allen Mut machend, nahm er einen Hammer und ging zum Zaun. Vorsichtig, um das Tier nicht zu erschrecken, begann Allan, die Holzplanken zu entfernen. Nach wenigen Minuten war das Kitz frei, aber es hatte nicht mehr die Kraft, aufzustehen.

Da kam Allan eine andere Idee. Er holte ein paar Karotten aus der Küche und legte einen Weg aus Essensresten zur Scheune, wo das Kitz Schutz vor dem Wind finden konnte.

Zuerst reagierte das Kitz nicht. Nach einigen langen Minuten griff er vorsichtig nach dem ersten Bissen.

Als das Kitz endlich die Scheune erreichte, schloss Allan schnell die Tür, um es vor dem Schneesturm zu schützen. Doch die Freude währte nur kurz – das Tier atmete kaum und war kaum bei Bewusstsein.

In der Angst, es zu verlieren, deckte Allan das Kitz mit einer Decke zu und trug es ins Haus. Doch der Zustand des Tieres verschlechterte sich.

Da rief der Mann einen Tierarzt an, den er kannte.

„Bringen Sie ihn sofort hin“, antwortete der Arzt.

Trotz des schrecklichen Wetters legte Allan das Kitz vorsichtig ins Auto und fuhr durch den Schneesturm.

Als die Lichter der Tierklinik vor ihm auftauchten, atmete der Mann erleichtert auf.

Der Tierarzt nahm das Kitz sofort mit zur Untersuchung. Allan konnte nur warten. Die Stunden zogen sich quälend langsam dahin, bis der Tierarzt schließlich mit einem Lächeln herauskam.

„Sie sind gerade noch rechtzeitig gekommen“, sagte er. „Wären wir länger gewartet, hätten wir es verloren.“

Am nächsten Morgen kehrte Allan in die Klinik zurück. Als das Kitz ihn sah, richtete es sich schwach auf und kam näher. Der Mann kniete sich hin und streichelte sanft über den Kopf des Kleinen. Das Kitz stupste seine Hand an, als wollte es ihm für die Rettung danken.

Später organisierte Allan gemeinsam mit dem Tierarzt die Verlegung des Tieres in eine Auffangstation, wo es bis zu seiner vollständigen Genesung gut versorgt werden konnte.

Der Abschied fiel ihm schwer. In kurzer Zeit war dem älteren Mann das kleine Kitz ans Herz gewachsen.

In diesem Moment wurde ihm bewusst: Manchmal kann schon ein einziger Versuch, ein Leben zu retten, einem Menschen den Sinn zurückgeben, der ihm so lange gefehlt hat.