Die Küstenwache sichtete ein treibendes Objekt und untersuchte es genauer

Das Meer spült ständig Dinge an die Oberfläche, die dort nicht hingehören: Schiffswracks, verlorene Ausrüstung, von Stürmen fortgespülten Müll. Normalerweise lässt sich die Herkunft solcher Funde schnell klären. Doch manchmal birgt das Meer Rätsel, die sich einer einfachen Erklärung entziehen.

Genau das geschah, als Fischer begannen, der Küstenwache ein seltsames Objekt weit draußen auf dem Meer zu melden. Zuerst nahmen sie an, es handele sich um eine gewöhnliche Navigationsboje, die sich von ihren Verankerungen losgerissen hatte. Doch die Zahl der Anrufe wuchs, und alle Zeugen beschrieben dasselbe: eine riesige, dunkle Kugel, regungslos im Wasser.

Die Einsatzleitung übergab den Fall Kapitän Arnold Wilkins, einem erfahrenen Offizier mit zwanzig Jahren Dienstzeit.

Eine Stunde später erreichte das Schiff der Küstenwache die angegebenen Koordinaten.

Als es sich näherte, wurde es deutlich: Es war tatsächlich eine Kugel – eine riesige – etwa so groß wie ein Kleinwagen. Die Oberfläche war glatt, dunkelblau und frei von Nähten, Nieten oder Korrosionsspuren. Als sich das Rettungsboot näherte, spürte die Besatzung eine leichte Vibration.

Dann leuchtete der Umriss in einem sanften weißen Licht auf.

Das Leuchten verstärkte sich und verblasste dann plötzlich.

Der Kapitän befahl sofort, einen Sicherheitsabstand einzuhalten.

Die Information wurde an die Einsatzleitung weitergeleitet. Das Gebiet wurde abgesperrt und zivile Schiffe umgeleitet. Bundesbehörden wurden eingeschaltet. Das Objekt wurde als prioritärer Untersuchungsfall eingestuft.

Mit Einbruch der Dunkelheit blieb die Kugel regungslos. Drohnen beobachteten sie aus der Luft. Scheinwerfer beleuchteten die Oberfläche.

Im Morgengrauen war die Oberfläche trotz der trockenen Luft mit Kondenswasser bedeckt. Dann leuchtete der Umriss erneut, diesmal heller.

Die Klappe hob sich sanft und gab den Blick ins Innere frei. Der Hohlraum war mit unbekannten Materialien ausgekleidet. Darin befanden sich Strukturen, die Stühlen und Bedienfeldern ähnelten.

Dies war nicht nur Ausrüstung.

Es war ein Fahrzeug. Und es war leer. Es gab Gebrauchsspuren – abgenutzte Oberflächen, Bedienelemente. Aber keine Besatzung, keine Markierungen, keine lesbaren Inschriften.

Das Objekt wurde unter strenger Bewachung in ein geschlossenes Forschungszentrum transportiert. Die offizielle Stellungnahme beschränkte sich auf die Formulierung: „Unbekanntes Meeresobjekt“.

Details wurden geheim gehalten. Den Beteiligten war es untersagt, sich dazu zu äußern.

Für Kapitän Wilkins wurde diese Mission zur geheimnisvollsten seiner gesamten Dienstzeit.

Das Meer galt schon immer als unberechenbar.

Doch diese Geschichte zeigte, dass in seinen Tiefen etwas weitaus Unerklärlicheres lauern konnte.