Die kleinen Päckchen geschmacksneutraler Gelatine, die man sonst für Desserts verwendet, können tatsächlich noch einen anderen Zweck erfüllen – sie dienen als Pflanzendünger. Gelatine wird aus tierischem Kollagen hergestellt und ist daher reich an Protein. Dieses Protein wird im Boden zersetzt und liefert Stickstoff – einen der wichtigsten Nährstoffe für gesundes Pflanzenwachstum. Stickstoff sorgt für grünes Laub, fördert ein kräftiges Wachstum und verhindert, dass Pflanzen blass und gelblich aussehen, was auf Nährstoffmangel hindeutet. Im Gegensatz zu Phosphor und Kalium, die in Blumenerde relativ stabil bleiben, geht Stickstoff leicht verloren. Er kann beim Gießen weggespült werden oder sich in der Luft verflüchtigen. Deshalb benötigen Pflanzen Stickstoff häufiger als andere Nährstoffe. Eine langsame, stetige Zufuhr ist ideal, nicht unregelmäßige Düngergaben.
Hier kommt die Gelatine ins Spiel. Als organisches Material zersetzt sie sich allmählich. Bodenmikroorganismen spalten das Protein in Stickstoffverbindungen auf, die die Pflanzenwurzeln nach und nach aufnehmen können. Da dieser Prozess natürlich und langsam abläuft, ist das Risiko einer Überdüngung oder „Verbrennung“ der Pflanzen im Vergleich zu synthetischen Düngemitteln deutlich geringer.
Tatsächlich haben Langzeitversuche mit Dutzenden von Pflanzenarten gezeigt, dass Gelatine eine zuverlässige Stickstoffquelle für Zimmerpflanzen darstellt. Die Ergebnisse zeigten gleichmäßiges Wachstum, gesunde Färbung und kein signifikantes Nährstoffungleichgewicht bei sachgemäßer Anwendung.
Anwendung:
Eine einfache Methode ist am besten:
– Lösen Sie ein Päckchen geschmacksneutrale Gelatine in etwa einer Tasse heißem Wasser auf.
– Füllen Sie Wasser auf, bis Sie einen Liter (einen ganzen Liter) erhalten.
– Lassen Sie die Mischung abkühlen.
– Gießen Sie Ihre Pflanzen einmal im Monat mit dieser Lösung.
Pflanzen mit Anzeichen von Stickstoffmangel – wie z. B. gelben Blättern – können innerhalb weniger Tage gesünder aussehen, da Bodenmikroben die Gelatine in nutzbare Nährstoffe umwandeln.
Für optimale Ergebnisse sollte die Blumenerde einige lebende Mikroorganismen enthalten. Etwas Kompost oder Gartenerde im Pflanzsubstrat beschleunigt den Abbau organischer Stoffe und ermöglicht den Pflanzen so eine effizientere Stickstoffaufnahme. Zwar erzielt man mit proteinreichen Küchenabfällen im Prinzip ein ähnliches Ergebnis, doch Gelatine ist eine sauberere, geruchsneutrale und deutlich praktischere Alternative für Zimmerpflanzen. Kurz gesagt: Gelatine wirkt als sanfter, zeitverzögerter Stickstoffdünger und trägt dazu bei, dass Zimmerpflanzen grün, üppig und kräftig bleiben.